NEOBIOTA – NATUR IM WANDEL

ARTEN

Bienenfresser Merops apiaster

Status

Indigene Art oder Neobiont?

Verbreitung

DasBrutgebiet reicht von SW-Europa über NW-Afrika bis nach Zentralasien, Brutnachweise weit außerhalb des Verbreitungsgebiets stammen aus Dänemark. Die Überwinterungsgebiete liegen in Afrika südlich der Sahara. Mitteleuropäische Verbreitungsschwerpunkte liegen in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg (südlicher Oberrhein).

In Deutschland

Älteste Erwähnung für ein Vorkommen am Kaiserstuhl datiert auf das Jahr 1644, einzelne Brutnachweise für Deutschland sind für das 19. Jhdt. dokumentiert. In Baden-Württemberg seit Mitte der 1960er Jahre ± kontinuierliche Besiedlung, seit Ende der 1980er Jahre stark steigende Bestandszahlen mit 500-700 Brutpaaren (Zeitraum 2012-2016) und Arealausweitung.

Ausbreitungsweg

Selbstständige Ausdehnung des Brutareals auf klimatisch bevorzugte Gebiete mit mittleren Julitemperaturen von >20° C. Profitiert vom Klimawandel.

Lebensweise

Geselliger Langstreckenzieher, der nach milden Wintern und früh einsetzenden, sommerlichen Temperaturen geeignete Brutgebiete auch fernab des eigentlichen Brutgebietes besiedeln kann. Brütet in selbstgegrabenen Brutröhren an Steilufern von Flüssen oder an Steilwänden von Sand-, Kies- oder Braunkohlegruben. Ernährt sich von größeren Insekten wie Bienen, Wespen und Libellen, die alle im Flug erbeutet werden.

Auswirkung auf Ökosysteme

Nicht bekannt.

Auswirkungen auf den Menschen

Nicht bekannt.

Maßnahmen

Nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art; angewiesen auf Erhalt störungsfreier Nisthabitate, Extensivierung der Landwirtschaft, Verzicht auf Einsatz von Insektiziden.

Quellenangabe

Bauer, H.-G., Boschert, M., Förschler, M. I., Hölzinger, J., Kramer, M., Mahler, U. (2016). Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs. 6. Fassung. Stand 31. 12. 2013. Naturschutz-Praxis Artenschutz 11.

Bastian, A., Bastian, H.-V., Fiedler, W., Rupp, J., Todte, I., Weiss, J. (2013). Der Bienenfresser (Merops apiaster) in Deutschland – eine Erfolgsgeschichte. Fauna Flora Rheinland-Pfalz 12: 861-894.

Hahn, S., Alves, J.A., Bedev, K., Costa, J.S., Emmenegger, T., Schulze, M., Tamm, P., Zehtindjiev, P., Dhanjal-Adams, K.L. (2020). Range-wide migration corridors and non-breeding areas of a northward expanding Afro-Palaearctic migrant, the European Bee-eater Merops apiaster. Ibis 162: 345-355.

Kinzelbach, R., Nicolai, B. & R. Schlenker (1997). Der Bienenfresser Merops apiaster als Klimazeiger: Zum Einflug in Bayern, der Schweiz und Baden im Jahr 1644. Journal für Ornithologie 138: 297-308.

www.ogbw.de/voegel/brut/330