NEOBIOTA – NATUR IM WANDEL

ARTEN

Halsbandsittich Psittacula krameri

Status

Neobiont

Verbreitung

Natürliches Verbreitungsgebiete befinden sich in der Savannenzone Afrikas südlich der Sahara von Südmauritanien bis Nordwest-Somalia und in Südasien von Afghanistan bis Südostchina. In Griechenland bereits von Alexander dem Großen eingeführt. Inzwischen in West- und Südeuropa weit verbreitet, außerdem Vorkommen in den USA, Südafrika und Japan

In Deutschland

Erste Brut 1969 in Köln, weitere seit Mitte der 1970er Jahre in verschiedenen Großstädten (Bonn, Düsseldorf, Wiesbaden); erste Freilandbrut in Baden-Württemberg erfolgte 1974 im Schlosspark von Neckarhausen. Wahrscheinlich leben in Deutschland bis zu 2.500 Brutpaare und insgesamt 10.000 Tiere.

Ausbreitungsweg

Bewusste oder unabsichtliche Freisetzung von Volierenvögeln. Die Ausbreitung erfolgt entlang den wärmebegünstigten Tälern von Rhein und Neckar.

Lebensweise

Sind als Höhlenbrüter auf Parks, Grünanlagen oder Gärten mit altem Baumbestand angewiesen und nutzen als Nahrung verschiedene Pflanzenteile, aber auch das Angebot an Vogelfutterhäuschen. Standortstreu, außerhalb der Brutzeit streifen sie allenfalls in unmittelbarer Umgebung der Brutplätze umher und finden sich an gemeinsamen Schlafplätzen zusammen.

Auswirkung auf Ökosysteme

Befürchtungen, dass sich die Präsenz von Halsbandsittichen negativ auf die Populationsdichte anderer Höhlenbrüter (Hohltaube, Star) auswirken könnte, haben sich bislang nicht bestätigt.

Auswirkungen auf den Menschen

Lokale Umfragen in Heidelberg kamen zu dem Ergebnis, dass Halsbandsittiche überwiegend positiv und als Bereicherung wahrgenommen werden. Beschwerden wegen Lärmbelästigung, Verschmutzung durch Kot unter Schlafbäumen, Schäden an Fassadendämmungen oder an Obstbäumen haben nicht das gleiche Gewicht.

Quellenangabe

Braun, M.P., Wegener, S. (2008). Alles halb so schlimm! Die öffentliche Wahrnehmung der Halsbandsittiche in Heidelberg. Natur und Landschaft 83: 452-455.

Franz, D., Dietzen, C. (2016). Halsbandsittich Psittacula krameri (Scopoli, 1789)., 601-613 in Dietzen, C.: Die Vogelwelt von Rheinland-Pfalz, Teil: Band 3., Greifvögel bis Spechtvögel (Accipitriformes - Piciformes). GNOR, Mainz.

Hölzinger, J., Mahler, U (2001). Die Vögel Baden-Württembergs. Nicht-Singvögel 3. Ulmer Verlag, Stuttgart.

Pârâu, L.G. et al. (2016). Rose-ringed Parakeet Psittacula krameri populations and numbers in Europe: A complete overview. The Open Ornithology Journal 9: 1-13.

Wegner, S. (2007). Verbreitung und Arealnutzung der Halsbandsittiche (Psittacula krameri) in Heidelberg. Ornithol. Jh. Bad.-Württ. 23: 39-55

Sendung mit der Maus: Gibt es Papageien in Deutschland? https://www.youtube.com/watch?v=ptxzbVnsbw0